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Meine Laufgeschichte

 Mein Name ist Petra Kleinert.


 Seit Jahren versuche ich vergeblich abzunehmen. Bewegung gehörte früher nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Dann kamen die Schrittzähler in Mode und ich besorgte mir einen Tracker. Bald fing ich an jeden Tag  5000 Schritte zurückzulegen. Da es nicht sehr anstrengend war sondern einfach nur Zeit in Anspruch nahm, von der ich dank meiner Krankheit genug hatte, bekam ich es auch gut hin. Später erhöhte ich mein Ziel auf 7000 Schritte. Irgendwann fand ich gleichgesinnte Freunde, die mitmachten und bald erhöhten wir unser Ziel auf 10000 Schritte am Tag. Mit dem Abnehmen wurde das trotzdem nichts. Ich fand aber Spaß am Schritte-Sammeln.

 

Im März 2014 fasste ich einen Entschluss. Wenn ich schon nicht abnehme, will ich wenigstens fit werden, auch wenn ich 40kg zu viel wiege. Dafür brauchte ich aber ein Ziel, das mich motivierte. Also verkündete ich, im Oktober 2015 beim Germeringer Stadtlauf die 10 km zu laufen. Alle erklärten mich für bekloppt.  Mir war klar, dass ich schlechte Karten hatte, aber ich wollte einfach zeigen, dass ich auch lange 10km durchhalten kann, ohne im Ziel einen Notarzt zu brauchen. Ich fing an allein für mich zu trainieren - schön gemütlich, mit einem Anfänger-Trainingsplan. Mir machte es tatsächlich Spaß, meine Grenzen kennen zulernen, ohne diese zu überschreiten, um die Lust nicht zu verlieren. Überraschenderweise bemerkte ich ziemlich schnell Erfolge in meiner Kondition. Obwohl ich nicht ein Kilogramm abgenommen hatte, musste ich beim Treppensteigen nicht mehr so schnaufen und zwischendurch stehen bleiben. Was aber das Wichtigste war: ich fühlte mich beweglicher.

 


Das Training fing an, richtig Spaß zu machen. Aufgrund meines gesundheitlichen Zustandes konnte ich nicht so hart trainieren wie ich gerne gewollt hätte, aber wann auch immer ich konnte, trainierte ich und ließ ich mich nicht vom schlechten Wetter abhalten. Ich kaufte mir für die nasse Jahreszeit Funktionskleidung und eine Mütze und nutzte auch die Wintermonate, immer mehr angefeuert von meinen Freunden. Anfang des Jahres 2015 ging es mir gesundheitlich gar nicht gut - viele Symptome, keine Diagnose. Es läge an meinem Alter und meinem Gewicht, ich solle abnehmen, hieß es.  Das Schlimme für mich war, obwohl ich so gut wie möglich trainierte, nahm ich innerhalb ein paar Wochen gut 10kg zu. Das ließ mich an meinem Plan zweifeln. Ende Juni 2015 dann endlich eine Diagnose: Diabetes.


Tatsächlich war es kein Schock, eher eine Erleichterung. Dann kam mein Sturkopf durch. Sollte ich den 10km-Lauf im Oktober trotzdem laufen? Ja! Jetzt erst recht. Die Behandlung begann und schlug gut an. Mir ging es sehr schnell viel besser.  Jetzt konnte ich auf Tempo trainieren. Am 18.10.2015 war es dann soweit. Mein Ziele: durchhalten ohne im Ziel umzukippen, höchstens 90 min und nicht die Letzte sein. Es regnete in Strömen, was mich nicht sehr störte. Ich schaffte natürlich nicht die Strecke komplett zu joggen, aber ich versuchte so gut es ging abwechselnd zu joggen und zügig zu walken. Und auch wenn im Stadion nur noch ein paar Zuschauer waren,  ich schaffte mein Ziel! Ich lief 10km in 1:30:09 und war  vor der letzten Teilnehmerin. Umgefallen bin ich auch nicht. J 


Für mich war es der größte Sieg über mich selbst!


Auch dieses Jahr möchte ich wieder am Lauf teilnehmen und gerne nur 1:15 brauchen höchstens und hoffe bis dahin auch noch ein paar Kilo weniger mit mir rum zuschleppen. Leider habe ich vor ein paar Wochen auch noch die Diagnose Asthma bekommen und mein Arzt rät mir nicht mehr zu joggen. Da ich aber noch im Anfangsstadium bin möchte ich es dieses Jahr noch einmal tun. Zum letzten mal, denn wenn ich nur walke würde ich als ewig Letzte in die Geschichte des Stadtlaufes eingehen und das möchte ich dann doch nicht. 


Ich habe mit einem 10 Wochen Trainingsplan begonnen.....








P.S. freue mich über viele Kommentare und Gästebucheinträge.    

  


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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